Am Wochenende des 22.-24. April 2016 war ich mit vierzehn weiteren Schiedsrichterkollegen beim Ausbildungslehrgang zum Erhalt der nationalen Schiedsrichterlizenz (NSR). Für den Lehrgang sollten die Deutschen Jugendmeisterschaften einen würdigen Rahmen bieten.

Meine Nominierung zur Teilnahme am NSR-Lehrgang bekam ich Mitte November. Ein schönes Geburtstagsgeschenk. Im Juni 2012 habe ich meine Verbandsschiedsrichterausbildung absolviert. Darauf folgten knapp vier Jahre Einsätze in allen möglichen Klassen und bei Turnieren, Evaluierungen und schlussendlich die Einladung zum Lehrgang. Ab diesem Zeitpunkt ging das intensive Lernen auch schon los. Immerhin mussten wir alle möglichen Regularien, Regelauslegungen und Bestimmungen aus dem effeff können.

Am Wochenende des Lehrgangs waren wir alle schon etwas nervös. Die Spannung war allen anzumerken. Habe ich genug gelernt? Am Freitag um 18 Uhr eröffneten unsere Prüfer und Referenten den Lehrgang. Zwischendurch gab es Abendessen. Hauptthema des Abends war das Vorgehen und Verhalten am Tisch, da einige Verbände nur wenige Einsätze in höheren Ligen haben, kam das Kollegen zur Auffrischung ganz gelegen. Wir aus dem WTTV sind schon recht gut darauf vorbereitet. Dennoch konnten wir ein paar Tipps mit in den Samstag nehmen.

Der Samstag: Erster Prüfungstag. Heute stand die praktische und mündliche Prüfung auf dem Plan. Der Oberschiedsrichter gab uns die Einweisung und der Einsatzleiter unseren Plan. Zweimal sollten wir evaluiert werden. Aber erstmal eine Eingewöhnungsrunde am Tisch. Die erste Evaluierung war soweit gut und ich versuchte das Gesagte in die Tat umzusetzen. Nach der zweiten Evaluierung fiel mir doch ein Stein vom Herzen. War doch der erste Teil geschafft und die letzten Einsätze liefen problemlos durch. Zwischendurch ging es zur mündlichen Prüfung. Zu dritt mussten wir den fünf Prüfern Rede und Antwort stehen. Leichte Fragen zu Beginn, Situationen, die ein OSR erleben kann und anspruchsvollere Regelfragen brachten uns das ein oder andere Mal ins Grübeln. Doch nach ca. 20 Minuten war auch dieser Teil absolviert. Ich ging mit einem guten Gefühl in den Feierabend und bangte dann dennoch mit den anderen Prüflingen mit.

So gut wie manch einer sich gefühlt hat, war die mündliche Prüfung wohl nicht gelaufen. Unsere Prüfer sahen beim gemeinsamen Abendessen nicht sonderlich begeistert aus und gaben uns noch den ein oder anderen Tipp für die schriftliche Prüfung. Da war es nicht überraschend, dass viele noch schnell in ihre Bücher und Lernkarten reinschauten. Ich habe lieber auch nochmal alles durchgelesen.

Am Sonntag trafen wir uns um 8:30 Uhr zur letzten Runde. Schlägertests standen auf dem Programm und wie wir als NSR weitermachen können, falls wir bestehen. Um 12:30 Uhr begann dann die schriftliche. Vor dieser Prüfung hatte ich am meisten Respekt. Nach knapp 25 Minuten gab ich meine Antworten ab. Danach kamen mir doch Zweifel. Hatte ich genug gelernt? Die eine oder andere Frage gab mir doch Rätsel auf. Das Mittagessen war dann für einige die Henkersmahlzeit. Ich hatte eigentlich immer noch ein gutes Gefühl. 10 Fehler waren erlaubt. Ich hatte bei 5-6 Fragen Zweifel - reicht!

Und wieder sahen die Prüfer nicht sonderlich begeistert aus, als sie uns alle zur Ergebnisverkündung zusammenriefen. Eine heftige Standpauke machte uns allen klar, dass heute nicht so viele wie sonst bestanden haben. Eine gewisse Enttäuschung war unseren Prüfern anzumerken.

Als mein Name ausgerufen wurde fielen zentnerweise Steine runter. Endlich NSR, eine Funktion, auf die ich hingearbeitet habe und die investierte Zeit hat sich gelohnt. Auch wenn sich einige leichte Fehler eingeschlichen haben. Aber wir sind ja auch nur Menschen und die machen nun mal Fehler.

Neben mir konnten sich auch noch Ana Beja-Pütz und Uwe Weng freuen. Zwei haben es leider nicht geschafft. Die Quote des Lehrgangs war leider nur sieben von 15 Teilnehmern, die sich nun NSR nennen dürfen.

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Auf uns warten nun neue und spannende Aufgaben und mein nächstes Ziel ist dann der Internationale Schiedsrichter (ISR), der jedoch erst in zwei Jahren angestrebt werden kann. Bis dahin hoffe ich auf viele spannende Einsätze in der TTBL und bei Turnieren.

Bedanken möchten wir uns bei allen Referenten und Verantwortlichen des Ressorts Schiedsrichter des DTTB, des Ausschuss für Schiedsrichter des WTTV wie auch beim Bezirksschiedsrichterausschuss des Bezirks Mittelrhein für die Unterstützung.

Michaela Hübener

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